Cappel - Naturdenkmal Lindenallee
Cappel, ein kleiner, gepflegter Ort an der Wurster Nordseeküste, hat viel Interessantes zu bieten. Zum einen ist da die schöne Kirche St. Peter und Paul aus dem 13. Jahrhundert, die eine der am besten erhaltenen Arp Schnitger Orgeln beherbergt. Zum anderen beeindruckt die Lindenallee, die seit 2003 als Naturdenkmal geschützt ist und zur Kirche führt.
Die heute sehr imposante Allee wurde 1880 als vierer Reihe von Holländischen Linden angelegt – eine Mischung aus Sommer- und Winterlinde. Während der Kriege wurde in der Not immer wieder eine Linde gefällt, doch heute sind noch 168 Linden erhalten. Das Gefühl beim Durchschreiten dieser beeindruckenden Allee ist unvergesslich: Man spürt, wie klein wir neben diesen Baumriesen sind, und fragt sich, was sie wohl alles zu erzählen hätten. Kirche und Allee sind seitdem untrennbar miteinander verbunden.
Eine kleine Anekdote erzählt: „Als sich der Pastor in Cappel einmal über den spärlichen Besuch des Sonntagsgottesdienstes beklagte, erklärten die schlitzohrigen Bauern, es fehle an Möglichkeiten, die Pferde der Kutschen anzubinden. Um Abhilfe zu schaffen, ließ der Pastor daraufhin ausreichend Linden pflanzen.“ (Zitat aus der Celler Presse vom 25.07.2019)
Linden sind nicht nur besondere Bäume, die gerne 1000 Jahre alt werden können, sondern auch hervorragende Bienenweiden und gelten als der beliebteste Baum der Deutschen. Im Volksmund sagt man: „Eine Linde kommt 300 Jahre, steht 300 Jahre und geht 300 Jahre.“ Das Holz der Linde ist eher weich und wird oft zum Schnitzen von Madonnen verwendet. Als „heilige“ Bäume wurden sie früher gerne neben Feldkapellen gepflanzt.
Auf der Rückseite der Kirche kannst du eine weitere Besonderheit der Wurster Nordseeküste entdecken: An der Giebelwand lehnen große historische Porträtgrabplatten aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Im Inneren der Kirche sind weitere Grabplatten aus dem 16. und 17. Jahrhundert zu sehen. Ähnliche Porträtgrabsteine findest du auch in Wremen, Padingbüttel und Spieka.
Und wenn du schon einmal in Cappel bist, empfehle ich dir eine Pause in Biancas Melkhus. In dem liebevoll gestalteten Garten kannst du bei selbstgebackenem Kuchen, Kaffee oder Milch eine kleine Auszeit genießen.
